Ulrike Tillmann | Malerei, Grafik & Installation

"Kunstreihe"

(Text von Maria Weigel)

Die Beschäftigung mit den Grundelementen künstlerischer Gestaltung loten die Arbeiten von Ulrike Tillmann aus. Durch die Vervielfältigung von Punkt und Linie generiert sie Strukturen, die als Rapportmuster die Bildfläche füllen oder als zentrales Einzelmotiv immer gleicher Ausführung auf mehreren Leinwänden aneinandergereiht werden. Dabei erfüllen diese jedoch keine traditionell an ein Kunstwerk gestellten Erwartungshaltungen.

Der potentiell ins Unendliche multiplizierbaren Struktur eignet nicht mehr Informationsgehalt als ihren Grundelementen. Gegenständliche Bezüge rufen im Betrachter Zuordnungen zu realen Dingwelten auf, die jedoch vom gedanklichen Konzept her nicht aufgelöst werden.

Selbst Schriftzeichen formen nur zufällig lesbare Worte, stehen ansonsten ohne Zäsur als bloße Reihung ohne höheren Aussagewert nebeneinander. Inhaltliche Deutung wird vor diesem Hintergrund ein ambivalenter Zustand, getragen von Konvention und Zufall.

Ganz im Gegensatz dazu steht der gestisch gestimmte Pinselduktus jedes einzelnen Werkes. Der prozessuale Charakter hinterlässt sichtbare Spuren im Bild, die jenseits der gewählten Darstellung aufscheinen. Die in der Bildaussage verweigerte Einmaligkeit tritt hier unerwartet ins Konzept.